Nachgedacht

Das Monstera Pflege Einmaleins

September 26, 2018

Sie ist die Pflanze, um die in 2018 der größte Hype stattgefunden hat. Die Monstera Delicosa (ihr lateinischer Name) ist mittlerweile ein Hingucker und “Must-Have” für alle Interior- sowie Pflanzenliebhaber. Sie macht mit ihren großen, löcherigen Blättern auch ganz schön was her und sorgt für das nötige Junglefeeling in jedem Raum. Eins sollte man jedoch nicht vergessen: eine Pflanze ist kein Möbelstück und hat besondere Bedürfnisse. Damit ihr aber möglichst lange etwas von eurer Monstera habt und sie eine würdige Verschönerung für euer Zuhause ist, habe ich hier einmal all mein Wissen und meine Tipps und Tricks zusammengetragen.

Allgemeines

Die meisten Pflegehinweise lassen sich durch allgemeine Fakten aus dem Steckbrief der Pflanze erklären. Deswegen empfehle ich allen, sich kurz die Zeit zu nehmen, um sich über die Bedürfnisse seiner neuen Pflanze zu informieren!

Die Monstera Delicosa kommt ursprünglich aus dem tropischen Mittelamerika, mittlerweile findet sie sich aber auch in Nordamerika oder Australien. Sie gehört zur Familie der Aronstabgewächse, jedoch umfasst die Gattung “Monstera” bis zu 50 verschiedene Arten, wie beispielweise die “Monstera adansonii”, welche hierzulande auch als “Money Mask” bekannt ist. Die Monstera Delicosa klettert im amerikanischen Urwald an den Bäumen rauf, Richtung Himmel.

Ihr lateinischer Name bedeutet ins Deutsche übersetzt “Köstliches Fensterblatt”. Damit kommen wir zu Funfact Nummer 1: Die Pflanze heißt deswegen “Köstliches Fensterblatt”, weil extrem alte Exemplare tatsächlich blühen und dann Früchte austragen! Diese sind sogar essbar und sollen wohl nach einer Mischung von Erdbeere und Banane schmecken…


Wasser

Zu viel oder zu wenig, das ist hier die Frage. Generell gilt: Die allermeisten Pflanzen verzeihen einem die ein oder andere Trockenperiode, steht der Wurzelballen aber einmal für etwas Zeit im Wasser weil zu viel gegossen wurde, kann man die Pflanze nur noch schwer retten! Deswegen: weniger ist mehr. Ich gieße meine Monstera etwa ein bis zweimal die Woche, im Sommer etwas mehr. Am Besten ist es, davor zu fühlen, wie trocken das Substrat ist und erst dann zu gießen wenn es nötig ist. Ich habe dafür auch einen Feuchtigkeitsmesser von Amazon. * Ich empfehle wegen der Gefahr zu viel zu gießen auch, lieber Töpfe mit Untersetzer zu verwenden, statt Übertöpfe, dann sieht man gleich falls die Pflanze im Wasser steht.

Dazu noch etwas: Die folgenden Probleme können auch von Wurzelfäule kommen, wenn also die Pflanze zu lange im Wasser steht. Dann werden die Blätter schlapp und können ebenfalls braun oder gelb werden – viele denken dann sofort an Wassermangel! Aber immer zuerst den Untertopf/Übertopf checken.


Licht

Einer der größten Irrtümer bei Pflanzen ist, dass sie viel Sonne brauchen. Das stimmt ganz und gar nicht! Die Monstera bekommt in ihrer Heimat so gut wie keine direkte Sonne, da sie von den Baumkronen abgeschirmt wird. Deswegen gilt auch zuhause: Indirektes Licht ist super, direkte Sonne leider gar nicht! Zwei der häufigsten Fragen die ich bezüglich der Monstera und ihrer Pflege bekomme, haben tatsächlich mit dem Licht zutun!

Wieso bekommt meine Pflanze gelbe Flecken?

Zugegeben, diese Flecken können nicht nur etwas mit dem Licht zutun haben. Aber die häufigste Ursache ist, dass eure Monstera doch direkte Sonne abbekommen hat und davon zu viel! Denn Funfact Nummer 2: Pflanzen können wie wir Menschen Sonnebrand bekommen. Bloß erholen sie sich davon nicht mehr wirklich, weswegen sich dann die Blätter gelb verfärben. Es kann jedoch auch an einem Nährstoffmangel liegen, welcher sich durch Flüssigdünger ausgleichen lässt, oder durch den Zusatz von Kaffeesatz im Gießwasser!

Wieso haben die neuen Blätter keine Löcher mehr?

Hier ist es genau umgekehrt: eure Monstera bekommt zu wenig Licht. Sie versucht deswegen eine möglichst große Blattfläche zu produzieren um das wenige Licht effektiv aufzufangen.


Besondere Pflege

Das waren die grundsätzlichen Tipps für die Pflege eurer Monstera, jedoch gibt es noch ein paar Extras, damit eure Pflanze so richtig glücklich ist.

Abduschen

So wie Pflanzen Sonnenbrand bekommen können, so müssen sie auch atmen wie wir. Sie besitzen feinste Poren, durch die sie auch Giftstoffe aus unserer Luft filtern (ein weiterer Vorteil von Pflanzen). Diese Poren werden aber durch eben diese Giftstoffe, oder auch Staub, verstopft. Deswegen ist es sinnvoll, die Monstera ab und zu zu duschen oder aber feucht abwischen. Sie wird es euch danken!

Luftfeuchtigkeit

Wir erinnern uns: Die Monstera Delicosa kommt aus tropischen Urwäldern. Es liegt auf der Hand, was sie in unseren heimischen Wohnzimmern am Meisten vermisst: die Luftfeuchtigkeit. Die liegt im Urwarld bei ungefähr 80 %, während sie in den Meisten Räumen nur ungefähr 35% beträgt. Deswegen müsst ihr euch auch hier auf eure Pflanze einstellen: kauft euch einen Luftbefeuchter. Besonders in den Wintermonaten ist dieser goldwert, auch für euch! Eine hohe Luftfeuchte macht es Viren und Bakterien nämlich schwerer euch krank zu machen. Mit der Luftfeuchtigkeit hängt auch ein häufig genanntes Problem zusammen: braune, trockene Blattränder. Dadurch zeigt euch eure Pflanze dass sie mehr tropisches Dschungelfeeling möchte!

Luftwurzeln

Das sind die gräulichen Stränge, die nach und nach aus der Pflanze wachsen. Jaja, ich weiß: Sie sind nicht sonderlich dekorativ. Nichtsdestotrotz bitte eins NIEMALS tun: Sie abschneiden! Das wäre ungefähr so, als würde man uns einen Arm abschneiden. Die Luftwurzeln sind nämlich unglaublich wichtig: Über sie nimmt die Pflanze Nährstoffe auf, sie helfen der Pflanze aber auch sich zu stabilisieren. Wenn dich die Luftwurzeln stören, kannst du sie einfach vorsichtig in die Erde leiten.

Rankhilfe

Und schon wieder nehmen wir uns die Heimat der Monstera Delicosa zur Hilfe. Wie wir wissen, rankt sie sich im Urwald an anderen Bäumen hinauf. Deswegen braucht eure Monstera zuhause ab einer gewissen Größe auch eine Rankhilfe. Es ist traurig zu sehen, wie viele Pflanzen lieblos aus dem Topf wuchern, eigentlich nur versuchen ein bisschen Halt zu finden. Es gibt dafür extra sogenannte Moosstäbe!


Vermehren

Last but not least: Die meistgestellte Frage: Wie kann ich Stecklinge von meine Monstera machen und sie so vermehren? Es klingt schließlich auch so verlockend sein ganzes Zuhause mit Monsteras verschönern zu können! So kompliziert man es sich auch vorstellen mag, das Vermehren der Monstera ist wirklich leicht. Dennoch gibt es einige Dinge die man beachten muss.

Das Werkzeug

Deine Monstera zu vermehren, gleicht einer kleinen Operation. Deswegen ist es sehr wichtig auf sauberes Werkzeug zu achten! Befinden sich Bakterien oder Keime an eurem Schneidewerkzeug, kann das eurer Mutterpflanze, aber auch eurem Steckling schaden und sie krank machen. Deswegen immer vorher gut abwaschen, am Besten auch mit etwas Alkohol desinfizieren.

Die Stelle

Man kann leider nicht einfach irgendwo ein Blatt abschneiden, in der Hoffnung, dass man die Monstera so vermehrt. Es gibt eine bestimmte Stelle, die geeignet ist, um Stecklinge zu machen. Diese lässt sich am Besten so beschreiben: Ihr müsst ein Stück vom Stamm abschneiden. Dazu sucht ihr euch das “Austriebsauge” eurer Monstera, also den Punkt, an dem das nächste Blatt herauskommen wird, oder das neuste herauskam. Von dort geht ihr etwa 2-3 Blätter nach unten, also Richtung Erde. Ihr müsst euren Steckling so schneiden, dass ein paar Luftwurzeln mit dabei sind, da aus ihnen später die Wurzeln wachsen.

Ihr könnt jedoch auch einfach ein kurzes Stück vom Stamm ohne Blätter (wieder aber mit Luftwurzel) abschneiden, aus welchem dann eine komplett neue Pflanze wächst. Dieser Prozess braucht aber deutlich länger.

 

Das Wasser

Ich habe bisher die besten Erfahrungen mit der Wasserbewurzelung gemacht, was vielleicht aber auch daran liegt, dass man dabei einfach mehr vom Fortschritt sieht. Am geeignetsten ist es, wenn ihr die Schnittstelle des Stecklings für 1-2 Stunden antrocknen lasst, da dann die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass euer Steckling anfängt zu faulen. Damit kommen wir auch zum Wasser. Das sollte am besten Regenwasser sein, aber bei mir hat es bisher auch sehr gut mit normalem Leitungswasser geklappt. Die nächsten Wochen solltet ihr auf einen gleichbleibenden Wasserpegel achten und das Wasser wöchentlich wechseln, da es sonst schnell kippt und der Steckling faulen kann. Nach etwa 6-8 Wochen hat eure kleine Monstera genug wurzeln um eingetopft zu werden!

 

Wie man sieht, muss man sich etwas Zeit nehmen und sich mit der Pflanze auseinandersetzen, um sie glücklich zu machen. Wenn man das aber mal geschafft hat, lohnt sich der Anblick auf jeden Fall!

Falls noch Fragen unbeantwortet geblieben sind, könnt ihr mich gerne auf meinem Instagramaccount @greenheartedgirl besuchen und mir eure Fragen stellen!

 

*Das sind lediglich meine Tipps, ich wurde dafür weder bezahlt, noch sind es Affliate Links.

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