Rückblick

Jahresrückblick 2020

Dass ich diesen Beitrag jetzt schon zum zweiten Mal schreibe (weil es den ersten Entwurf gelöscht hat) ist so ziemlich die beste Metapher dafür, wie 2020 so gelaufen ist. Aber nichtsdestotrotz, gibt es heute trotzdem einen Jahresrückblick!

Januar

Das Jahr begann bei mir ziemlich ruhig. Ein paar Tage die Woche habe ich bei meinen Eltern gearbeitet, aber sonst hatte ich nicht viel zu tun. Mir hat vor allem eine tägliche Aufgabe und ein bisschen Struktur gefehlt. Deswegen war ich auch umso dankbarer, dass ich dann regelmäßig zwei kleine süße Mäuse babysitten durfte. Ich war auch das erste Mal in meiner eigenen Wohnung!

Februar

Mit Babysitten ging es dann auch im Februar weiter. Meine ganze Camera Roll ist voller Nutella verschmierter Gesichter, das hat mir wirklich so gut getan! Zwischendrin wurden die Möbel für meine Wohnung besorgt und wir haben den Schweden sicher mehrmals pro Woche besucht. Ganz spontan war ich dann noch mit meiner Mama ein Wochenende in München. Das war ein Wochenende mit perfektem Wetter, viel Sonne und Mama-Tochter-Zeit. Wir haben auch lecker gegessen und in Bücherläden gestöbert. Am Ende des Monats habe ich dann noch mit meiner Familie die Sonne und den Schnee im Allgäu genossen. Da hieß es auch: 3 Jahre J. und ich!

März

Der März war der Endspurt für die letzten Aufbau- und Montagearbeiten in meiner Wohnung. Wir wollten ja alles pünktlich zu meinem Studiumsbeginn fertig bekommen. Während wir die letzten Schränke aufgebaut haben, lief eher zufällig im Hintergrund der Fernseher. Die Nachricht: Der Semesterstart wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Erst ein paar Tage vorher war ich das erste Mal an meiner Hochschule, um meinen Studentenausweis abzuholen, die ich dann bis Oktober nicht mehr sehen würde. Gleichzeitig standen wir das erste Mal vor leeren Nudel- und Toilettenpapierregalen und der Lockdown begann. Die fehlende Perspektive für die nächsten Monate hat mir sehr zu schaffen gemacht. Da hat es mir besonders geholfen, zumindest ein wenig Struktur in meinen Alltag zu bringen. Das war dann der Punkt, an dem ich das regelmäßige Kaffeetrinken angefangen habe. Jeden Tag um 15 Uhr, ein Date mit mir selbst in der Frühlingssonne.

April

Im April habe ich viel Zeit draußen und in der Küche verbracht. Besonders schön war es, die Waldgebiete um meine Wohnung zu erkunden und die Obstbaumwiesen, als sie in voller Blüte standen. Auch das Kochen hat mir sehr viel Freude bereitet, weil ich mich an vielen veganen Gerichten ausprobiert habe. Deswegen gab es im April auch vegane Burger vom Lagerfeuer für meine Familie – sie waren sogar überzeugt! Außerdem fing am 20. April endlich mein Semester an – wenn auch nur online, hat es mir sehr geholfen, wieder eine richtige Aufgabe zu haben. 

Mai

Die Zeit in der Natur und besonders im Wald, hat mir auch im Mai sehr gut getan. Wir haben auch ein wenig die Stuttgarter Umgebung erkundet. Einen Samstag haben wir an der Iller verbracht. Sonst war im Mai außer Unikram und Sonne genießen, sehr wenig los. 

Juni

Im Juni habe ich meine Kommilitonen ein bisschen besser kennengelernt und schöne Sommerabende in Stuttgart verbracht. Mir fällt es immer ziemlich schwer, neue Freundschaften zu schließen, aber das gemütliche Zusammensein hat mir wirklich sehr gut getan. Am Ende des Monats war ich noch mit meiner Familie in den Bergen in Österreich. Wir haben das Wetter ziemlich gut erwischt und ich habe es zum ersten Mal genossen, nur online Vorlesungen zu haben. Studium am Pool in der Sonne, ist dann doch ganz schön. Wir haben auch einige Ausflüge gemacht und haben schöne Fleckchen von Österreich gesehen. Im Juni habe ich auch eine Analogkamera auf Ebay ersteigert und ein paar Eindrücke auf Film festgehalten. 

Juli

Ähnlich sah auch mein Juli aus. J. und ich waren viel in Stuttgart unterwegs, haben Restaurants und Cafés ausgetestet und unglaublich gut gegessen. Am heißesten Tag des Jahres, waren wir dann im Kino. Die wirklich beste Idee für alle, die an Sommertagen in der Wohnung vor sich hinvegetieren. Da nicht wirklich viele Filme liefen, haben wir uns für Pets 2 entschieden – inklusive hibbligen Kindern mit ihren Eltern. Aber trotzdem waren wir fast ganz allein im Saal. 

August

Als hätten wir es letztes Jahr geahnt, konnten wir uns im Dezember mal nicht auf ein Urlaubsziel einigen und haben dementsprechend auch noch keinen Urlaub gebucht. Für uns wirklich untypisch, also war das fast Schicksal! Im Frühling haben wir uns deswegen entschieden, für unseren Sommerurlaub nochmal ins Allgäu zu fahren. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter und haben unseren Sommer mal am Badesee, statt am Meer verbracht – auch schön! Wer hätte gedacht, dass ich mir mal den Sonnenbrand meines Lebens in den Bergen holen werde. Es war wirklich schlimm! Nach dem ersten Tag Sonne war dann erst Mal Schatten für mich angesagt. Nach unserem Urlaub standen dann wieder ein paar Waldausflüge auf dem Programm.

September

Anfang September dann der gemeinsame Urlaub mit J. Den haben wir schon vor C gebucht, was es umso perfekter machte, dass wir uns für die Niederlande entschieden haben. Unser Ziel war das kleine Städtchen Middelburg, was ganz in der Nähe der Küste liegt. Unser AirBnB lag sogar direkt am Kanal und wir konnten alles in der Stadt zu Fuß erreichen. Ganz komisch hat es sich auch angefühlt, dass wir in keinem der Läden Maske tragen mussten – man hätte meinen können, dass dort die Welt noch normal war. Der September war auch perfekt, da die großen Touristenmassen schon längst weg waren. Man hat sich fast gefühlt, als würde man ganz selbstverständlich zu der Stadt dazugehören. Zwei Tage haben wir am Strand verbracht. Ich habe mich so gefreut, einfach mal mit den Füßen im Sand zu stehen und die Meeresbrise zu genießen.

Weil sich die Situation mit den Online Vorlesungen so schnell nicht ändern würde, habe ich dann im September noch mein Zimmer bei meinen Eltern umgestellt. Die aller beste Entscheidung! Es wirkt viel größer und mehr wie ich. 

Oktober

Der Oktober begann mit einer verspäteten „Erstsemesterbegrüßung“ für und Zweitsemester. Inklusive Tour durch unsere Hochschule und einem geselligen Abend im Wohnheiminnenhof danach. Es war richtig schön! Einmal die Woche durfte ich im Oktober auch für eine Vorlesung an die Hochschule. S-Bahnfahren, mal wieder das Haus verlassen – so ein bisschen normalen Alltag eben. Unser Foodie-Projekt im Oktober: Selbstgemachte Dumplings! Und das, obwohl wir beide noch nie welche gegessen haben. Aber für kleine Experimente sind Sonntage auch da. Klein war es dann aber nicht wirklich, weil wir wirklich 4 Stunden in der Küche standen, bis die Dumplings bei uns auf dem Teller gelandet sind. Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall und eine tolle gemeinsame Beschäftigung war es auch. 

November

Im November dann wieder die Ernüchterung: Unsere Präsenzvorlesungen wurden alle wieder auf Eis gelegt und es hieß back to Online Vorlesungen. Ich hatte es zwar geahnt, aber traurig war ich trotzdem. Mein Alltag hat sich seitdem wieder zu 80% jeden Tag vor dem Bildschirm abgespielt. Dafür hatte ich wieder etwas Zeit für Waldspaziergänge und eine Anfrage vom ZDF online, die mich für einen kurzen Instagrambeitrag über den Pflanzenboom während Corona angefragt haben. Das war wirklich eine tolle Erfahrung. 

Dezember

Pünktlich zum 1. Dezember hat es bei uns zum ersten Mal geschneit – und das gleich ziemlich viel! Der Schnee hat sich dann auch wacker fast zwei Wochen gehalten. Im Dezember ging es nochmal in den Endspurt für die Uni, mit vielen Projekten, die noch fertig gestellt werden wollten. Meine Laune im Dezember hielt sich leider in Grenzen, irgendwie war einfach die Luft raus. Jetzt nach Weihnachten und zwischen den Jahren, kann ich wieder klarer denken und auch mal wieder durchatmen. 

So im Rückblick auf das letzte Jahr kann ich sagen, dass 2020 vielleicht mehr Tiefen hatte, als ein anderes Jahr. Alles ist irgendwie ganz anders gelaufen als geplant, aber wer weiß, wie das Jahr sonst ausgesehen hätte. Sonst wäre ich sicher nicht so viel im Wald und draußen gewesen und hätte nicht Sachen wie die analoge Fotografie oder große Kochaktionen ausprobiert. Ich bin gespannt, was 2021 für mich bereit hält!

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