Reisen

Wien – oder wie man den ersten Urlaub zu zweit überlebt

April 4, 2018

Den Titel dürft ihr natürlich mit einem Schmunzeln lesen! Aber trotzdem hat er ein winziges Stückchen Wahrheit an sich, denn zumindest bei mir ist es so, dass ich keine einfache Person bin. Ich brauche viel Zeit für mich, kann leicht genervt sein wenn ich müde bin oder Hunger habe (ich meine, wer ist das nicht) und bin auch sonst vielleicht manchmal etwas… schwierig. Trotzdem habe ich mich sooo unglaublich auf diesen ersten Urlaub mit meinem Freund gefreut, denn es sollte nach Wien gehen.

Das stand ja schon immer auf meiner geheimen Wunschliste, aber als ich dann diese unglaubliche Wohnung bei AirBnB entdeckte war alles klar: Wir müssen da hin. Das war letztes Jahr im Herbst und dann habe ich das ein bisschen aus den Augen verloren, bis ich dann mein Geburtstagsgeschenk in den Händen hielt: 5 Tage Wien in der traumhaftesten Wohnung aller Zeiten. Ich glaube ihr könnt euch vorstellen wie sehr ich mich gefreut habe! 

Die Zeit bis zu den Osterferien verging unfassbar schnell und ich bin jemand der gerne auf alles vorbereitet ist. Ich suche mir vorher heraus was ich sehen möchte, wo ich hin will und vor allem kümmere ich mich um solche Sachen wie Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel. Da fängt es auch schon an, denn J und ich könnten in dieser Hinsicht nicht unterschiedlicher sein: Ich bin die Unspontanität in Person, während er lieber alles auf sich zukommen lässt. Ich stelle mal die wage These auf, dass das in vielen Beziehungen so ist und kann sagen: einfachist das nicht. Aber ich habe trotzdem geplant und ratet mal wer später ganz froh darüber war, dass wir ein Ticket vorher bestellt hatten…

Wir waren uns aber beide einig, dass wir nicht unbedingt diese “Touri Tour” wollten, habe ich ein paar andere Dinge rausgesucht. Letzten endlich haben wir nicht so viel geschafft wie ich dachte, aber es soll ja auch Urlaub sein und nicht nur Sightseeing. Ich habe euch ein paar Tipps zusammengefasst, falls es euch bald auch nach Wien verschlagen sollte.

 

 

Gegessen haben wir in samt Wien durchwegs gut! Allerdings haben wir auch oft “daheim” gekocht, da es unseren Geldbeutel enorm geschont hat. Trotzdem habe ich ein paar Tipps für euch, für morgens, mittags und abends.

Frühstücken im Vollpension

Dieses Generationencafé (Omas und Opas stehen in der Küche), liegt direkt am Naschmarkt und wir haben spontan reingeschaut, da ich das Konzept total interessant fand. Die Fülle an Menschen hat uns fast erschlagen,obwohl es ein normaler Wochentag war. Wir haben uns dann aber angestellt und nach circa 10 Minuten einen Tisch bekommen – hartnäckig sein lohnt sich! Reservieren ist aber um einiges stressfreier und würde ich auf jeden Fall empfehlen. Die Einrichtung ist wirklich so gemütlich, als wäre man bei Oma zuhause, eine tolle Atmosphäre. Die Kellner waren super freundlich und locker drauf, das ist mir sehr positiv aufgefallen. Man kann dort aber nicht nur super frühstücken, sondern auch natürlich tollen Kuchen, selbstgebacken vor Ort von den Omas, genießen. Vollpension achtet auch auf regionale Herkunft ihrer Lebensmittel, finde ich sehr toll!

Waldemar Tagesbar

Hier sind wir auch eher durch Zufall reingestolpert und der erste Eindruck sagt: ein Hipster Café. Stellt euch das jetzt bitte ohne negativen Unterton vor, denn es sah wirklich toll aus. Wir waren davor beim Schloss Schönbrunn, ein gemeinsamer Besuch bietet sich also an. Die Karte entsprach dem “Hipster” Image: Avocado Toast und Matcha Latte. Trotzdem tolle Auswahl! Das Essen schmeckte auch wirklich gut, allerdings mussten wir 40 Minuten darauf warten und der Service war sichtlich gestresst. Aber trotzdem sollte man der Bar nochmal eine Chance geben, denn es war rappel voll!

Joseph Brot

Joseph Brot ist eine Kette, die selbstgemachte Teigwaren verkauft, und an einigen Standorten gibt es handbelegte Bagels. Von Kräuterfrischkäse, über Roastbeef bis zu Ziegenkäse ist alles dabei! Perfekt für einen kleinen Mittagssnack.

 

Brasserie Palmenhaus

Die ersten Pins, die ich zu Wien gesammelt habe, handelten von diesem Ort: Dem Restaurant im Palmenhaus. Wir waren gleich am ersten Abend dort und hatten vorab einen Tisch reserviert. Wir saßen letzten endlich an einem Tisch mit jeweils 10 cm Abstand zu unseren Nachbartischen. Das ganze Essen war extrem hektisch, die Kellner unglaublich unpersönlich, und obwohl das Essen gut war, war es seinen sündhaft teuren Preis nicht wert. Sehr schade um die unglaubliche Location, aber im Nachhinein hat sich der Besuch nicht gelohnt!

Wir haben wenig typische Touri-Sachen gemacht, waren aber dafür zum Beispiel im Schmetterlinghaus. Allein schon für Pflanzenliebhaber wie mich ein sehenswerter Ort, aber man fühlte sich dort wirklich wie auf einem anderen Planeten. Der Eintritt beträgt für Schüler 5,50 €, was durchaus berechtigt war. Das Schmetterlinghaus liegt übrigens direkt im Nachbarhaus der Brasserie!

Wir besuchten auch das Palmenhaus beim Schloss Schönbrunn, aber dort sind so viele tolle Bilder entstanden, dass ich dem Besuch noch einen eigenen Post widmen möchte. Eins kann ich aber schon mal verraten: Es war so so toll!

Auch mit unserer AirBnB Wohnung hatten wir großes Glück. Es war das erste Mal, dass wir eine Wohnung darüber gemietet haben, und wir waren wirklich rundum zufrieden! Man erlebt eine Stadt ganz anders, wenn man wirklich in ihr “wohnt” und nicht nur Gast in einem Hotel ist. Besonders sinnvoll war es aber auch eine Küche zu haben, denn jeden Abend essen zu gehen, hätte unser Geldbeutel nicht verkraftet. Unsere Wohnung lag auch super zentral, auch was das Einkaufen betrifft. Ich würde auf jeden Fall wieder über AirBnB buchen! Einen kleinen Tipp habe ich noch, grade wenn es darum geht etwas Geld zu sparen: In jedem Restaurant oder Café in dem wir waren, gab es Wasserkaraffen mit kostenlosem Wasser! Das Leitungswasser in Wien zählt zu den besten Europas, und man spart einiges, wenn man danach Ausschau hält, statt sich eine sündhaft teure Flasche zu bestellen.

J und ich haben unseren Reiserhythmus jedenfalls gefunden: Vormittags Sightseeing und Shopping, nachmittags eine kleine Siesta, dann entweder einkaufen gehen und kochen, oder aber auswärts essen gehen. Ich hätte sicherlich den ganzen Tag unterwegs sein können, aber so haben J und ich ein Kompromiss gemacht. Eigentlich besteht so ein gemeinsamer Urlaub aus tausenden Kompromissen: Spagetti oder Pizza, S oder U-Bahn, Weiß oder Rotwein. Aber irgendwie ist das doch auch die Realität oder nicht? Es hat sich in den fünf Tagen wirklich so angefühlt, als hätten J und ich unsere eigene Wohnung, und das in einer so wunderbaren Stadt. Und was soll ich sagen: Dieser “Zukünftige-Alltagsurlaub” war einfach nur schön.

Auf Pinterest habe ich übrigens ein Wien-Pinboard, falls du noch Inspiration suchst!

 

  1. Super schöner Post,
    Es freut mich sehr, dass dir Wien so gut gefallen hat, ich kommen nämlich von dort 🙂
    Fand es auch super interessant, dass du darauf eingegangen bist, wie euer erster Urlaub zu zweit war – so ist der Beitrag noch um einiges persönlicher geworden!

    Alles Liebe,
    Alma
    mycollectionofmoments.blogspot.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.